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Billige Preise sind uns heutzutage
sehr allgegenwärtig. Wie sie entstehen, dagegen eher weniger
bis gar nicht. Dies liegt möglicherweise nicht zwangsläufig
an unserem Desinteresse, sondern daran das Informationen, über
die Bedingungen für Arbeiter in anderen Ländern und
deren Verdienst, dem Konsumenten hier oft nicht bewusst gemacht
werden.
Um in dieses Thema einzusteigen und die gegebenen Lebensumstände
von den Arbeitern verschiedener Nationen genauer zu betrachten,
sahen wir uns zunächst den Film "China Blue" an.
Dieser zeigte erschütternde Missstände der Arbeiter
in chinesischen Jeansfabriken auf. Er berichtete von Löhnen
für die zum größten Teil minderjährigen
Mädchen, die umgerechnet bei etwa 6 Cent in der Stunde liegen.
Die Arbeitszeiten sind entgegen den niedrigen Löhnen sehr
hoch, bei bis zu 20 Stunden am Tag und sieben Arbeitstagen in
der Woche. Sie werden zudem, bei der Arbeit mit Kameras überwacht
und Pausen sind ihnen nur selten erlaubt. Allen Arbeitern der
Fabrik wird gegen Lohnkürzung tägliches Essen sowie
eine Unterkunft (12 Personen pro Zimmer inkl. einer Toilette)
gewährt. Dieses Abkommen ist für die Arbeiter unumgänglich
und an das Arbeitsverhältnis gebunden. Die teilweise erst
14 Jahre alten Arbeiterinnen, unterstützen mit ihren Löhnen,
soweit ihnen dies möglich ist, ihre meist bäuerlichen
Familien in ihrer Heimat. Der erste verdiente Lohn der Arbeiterinnen
wird regulär einbehalten.
Diese erschreckenden Verhältnisse sind für die jungen
Mädchen die ihre Heimat verlassen und in die Berufstätigkeit
einsteigen, um die Familie finanziell zu Unterstützen,
eine Selbstverständlichkeit.
Der zweite Dokumentarfilm den
wir zu diesem Thema sahen, handelte von der indischen Baumwollindustrie.
Immer mehr indische Kleinbauern müssen auf ihren Feldern
Baumwolle anbauen um ihre Existenz zu sichern. Der Ertrag den
die Ernten den Bauern bringt, wird von den Käufern der Baumwolle
stark gedrückt. Die Feldarbeit, sowie die Ernte werden von
Ungeziefer, beispielsweise Blattläusen stark bedroht. Die
Bauern gehen gegen die Insekten mit extrem giftigen Pestiziden
und Schädlingsbekämpfungsmitteln vor. Da die Bauern
dabei keine Schutzkleidung tragen und die Insekten immer größere
Immunität gegen die Pestizide erlangen, sind diese für
die Bauern meist schädlicher als für das Ungeziefer,
welches bekämpft werden soll. Viele der Bauern weisen extreme
Vergiftungserscheinungen auf und haben eine extrem verkürzte
Lebensdauer. Da die Schädlinge immun gegen die Gifte werden,
kaufen die Bauern immer stärkere Gifte in Läden von
(in Deutschland) Namenhaften Firmen, welche hierzulande verboten
und nicht erhältlich sind. Den Bauern in Indien wird angeboten
diese Gifte auf Kredit in den Läden zu kaufen, da ihnen
oft nicht mehr das Geld zur Verfügung steht, diese zu bezahlen.
Da diese tödlichen Mittel aber oft nicht helfen den Ertrag
der Ernten zu steigern, um somit ihre Kredite für die erworbenen
Chemikalien zu bezahlen, pfänden die Konzerne die Felder
der Bauern, deren einzige Lebensgrundlage.
Die Indische Nation ist eine der größten Lieferanten
für Baumwolle, weltweit.
Um selbst einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen dieser Menschen
zu bekommen, führten wir ein Experiment mit unserer Klasse
durch.
Dabei ging es darum eine Arbeitssituation von Fabrikarbeiterinnen
nachzuempfinden und selbst zu erleben. Wir fertigten in mehreren
Arbeitsschritten sowie -Stationen, Stoffpuzzle an, welche zuerst
aufgemalt, dann geschnitten, anschließend gebügelt
und letztendlich zusammengefügt werden mussten. Während
des Experiments wurden wir überwacht und nicht mit Namen
sondern mit Nummern angesprochen. Es durfte nicht gesprochen
werden, es gab keine Pausen und es wurde großes Arbeitstempo
gefordert. Nach der Durchführung wurde das Experiment sehr
genau reflektiert, einzelne Empfindungen und Gefühle wurden
zur Auswertung genutzt. |