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PAPPMACHE
PLASTISCHES GESTALTEN IN DER
FACHSCHULE SOZIALPÄDAGOGIK
UND IN DER
FACHSCHULE HEILERZIEHUNGSPFLEGE

Eine neue Ausstellung in unserer Galerie im Foyer
Geöffnet während der Schulzeit: Mo - Fr 8.00 bis 14.00 Uhr
 

 

 

Plastisches Gestalten

Vorweg:
Heute mehr denn je hat das Gestaltende Werken im Kanon mit allen anderen musischen Fächern eine wichtige Aufgabe zu erfüllen:
Die Frage, wieweit der Mensch die Einflüsse der technischen Entwicklung mit allen ihren Negativerscheinungen psychisch verkraften und sich eine humane Lebensform erhalten kann, wird zu einem wesentlichen Teil davon abhängen, ob er seine kreativen Fähigkeiten zu pflegen versteht oder sie verkümmern lässt.
Der Mensch der hochentwickelten Industriestaaten leiden daran, dass ihre von der Technik bestimmten Welt in erschreckendem Maße undurchschaubar geworden ist. Es wird immer schwerer und erfordert immer mehr technisches Wissen, die Dinge unserer Umwelt zu durchschauen, ihnen anzusehen, wie sie funktionieren, woraus sie gemacht sind, welche Arbeit und Werkzeug dazu nötig waren. Etwas, was wie naturgewachsenes Holz aussieht, muss nicht mehr naturgewachsenes Holz sein, Kunststoffanstriche verhüllen fast jedes Material bis zur Unkenntlichkeit.
Diese Beziehungslosigkeit führt dazu, dass es schwer wird, eine Beziehung zu den Dingen zu entwickeln, die über das Kaufen, Verbrauchen und Wegwerfen hinausgeht.
Heute ist im Berufsleben Anpassungsfähigkeit gefragt. Ideenreichtum und Phantasie kön-nen sogar störend sein, wenn es darum geht, am Fließband oder Schraubstock präzise Auftragsarbeit zu leisten.
Um aus diesem Gefühl der Gleichgültigkeit und Leere herauszukommen, bleibt als einer der unmittelbarsten Wege, ganz bewusst sinnliche Erfahrung zu suchen und zu sammeln, d. h. zu versuchen, besser und intensiver zu sehen, zu hören, zu fühlen, empfindlich zu werden für Nuancen und Zwischentöne.
Der Besinnung auf das schöpferische Wesen des Menschen sollte sich das Fach Gestaltendes Werken verpflichtet fühlen.
Bei vielen Menschen ist die Freizeit nahezu vollständig von den Massenmedien ausgefüllt, also passiv genutzt. Bei diesem rezeptiven Grundverhalten, noch unterstützt von der Freizeitindustrie, verkümmert allmählich die Urteilskraft und daraus erwächst Unsicherheit. Hier hat das Gestaltende Werken die Aufgabe zu übernehmen, in Problemlösung durch manuelles Tun einzuüben, was wiederum bei Lehrenden und Lernenden eine gute Vorkenntnis im Umgang mit Materialien und Werkzeug voraussetzt, denn auch Kreativität braucht einen gesicherten Grundstock an Mitteln und Fertigkeiten.

Bildhauertechniken:
Einen großen Platz in der Gestaltung nimmt das Plastische Gestalten mit verschiedenen Materialien ein.
Wir unterscheiden die aus einem weichen bildsamen Material in einem aufbauenden Verfahren modellierte Plastik von der aus hartem Material geschlagene Skulptur. Beim ersten plastischen Verfahren können die Werkmaterialien der Ton, Wachs, Plastiline, Papiermas-sen o.ä. sein, beim zweiten sind es Holz, Natur- oder Kunststein. Arbeitstechnisch gehören beide Verfahren, sowohl das additive, das Hinzufügen von Substanz, als auch das subtraktive, das Wegnehmen von Material, in den Gesamtbereich des Plastischen Gestaltens.
In diesen körperbildenden Tätigkeiten herrschen andere Gesetze als etwa beim Zeichnen und Malen. Neben dem Auge, das schon in den Flächenkünsten dirigierend und korrigie-rend wirkt, tritt jetzt als weiteres formbildende Werkzeug die Hand, die den Körper und seine Stofflichkeit abtastend und prüfend begreift.
Die ursprüngliche Werkweise des Plastischen ist die Arbeit aus dem Block. Der Bildhauer schlägt seine Figur aus dem umgebenden Material heraus. Es ist eine wegnehmende, skulptierende, von außen nach innen fortschreitende Arbeit. Der Plastiker hingegen arbei-tet hinzufügend, modellierend. Er baut seine Plastiken von innen nach außen fortschrei-tend auf und muss diese eventuell in ein beständiges Material wie Bronze oder Kunststein abgießen.
Als Werkstoff bieten sich dem Bildhauer die klassischen Materialien wie Holz, Kalkstein, Sandstein, Marmor und Granit an. Im therapeutischen Bereich kann man bei guter Planung und entsprechenden Vorbereitungen diese Materialien auch benutzen. Preiswerter und leichter zu bearbeiten sind Materialien wie Yton, Speckstein oder gegossenen Gips-blöcke.

     
     
     


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