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Wildnistage
der FSP VZ 1 2011- Kanutour
Unsere Truppe
(Schülerinnen und Schüler der Erzieherausbildung, Klassen
VZ 1 A,B und C) befand sich vom 29. Juni bis 01. Juli 2011 im
Weserbergland um dort rund 45 Kilometer die Weser stromabwärts
zu befahren. Die Strecke ging von Würgassen über Schloss
Corvey bei Höxter bis nach Polle hinter Holzminden.
Geplant waren zwei Übernachtungen unter freiem Himmel, das
Erleben von Natur mit dem Element Wasser und erste oder weiterführende
Erfahrungen mit dem Kanufahren. Insgesamt bestand unserer Gruppe
aus 31 Personen inklusive zweier Lehrkräfte. Die folgenden
Berichte gehen näher auf die verschiedenen Tour-Etappen
ein.
Komplizierte
Organisation Auto!
Angereist sind wir per Privat PKW's. Treffpunkt war um halb 9
am Diakonie-Kolleg. Dort wurden die Mitfahrenden auf die Autos
aufgeteilt. Wolf hat mit seinem Wohnmobil das meiste Gepäck
mitnehmen können. Um 9 Uhr ging es dann, jedes Auto nach
eigenem Ermessen, Richtung Schloss Corvey los. Zwischendurch
hat man sich mal von Auto zu Auto gesehen und gewunken. Ab 11
Uhr trafen die Autos nacheinander am Schloss ein. Als die Zelte
aufgebaut waren, sind 4 Pkw's + 2 Transporter für die Kanu's,
mit voller Besatzung nach Würgassen gefahren. Dort haben
wir die Autos (teilweise mit Gepäck) stehen lassen und sind
losgepaddelt. Dadurch dass die Gruppe getrennt wurde und einige
viel früher wieder am Schloss waren, konnten die Autos noch
nicht aus Würgassen abgeholt werden. Leider befanden sich
aber darin viele der wenigen noch trockenen Kleidungsstücke.
Erst gegen 9 Uhr abends konnten die Autofahrer mit Julian ihre
eigenen Autos abholen, und kamen dank einigen Umwegen dank Navi
und Baustellen um halb 11 endlich wieder im Schloss an. Fazit:
Die Pizza war kalt! Am nächsten Morgen sind wir von Corvey
mit den Kanu's nach Polle gefahren. Mit 9 Personen, Schwimmwesten
und Packsäcken die Sitze im Kanutransporter teilend kamen
wir wieder zu unseren Fahrzeugen um diese abzuholen. Diesmal
hat alles gut geklappt. Aus Fehlern lernt man eben!
Abschluss-Fazit der Autofahrer:
Habe IMMER trockene Kleidung bei dir!
Und achte auf dein Navi !
Nasse Unterkünfte
Nach unserer Ankunft in Schloss Corvey, stellten wir unsere Zelte
auf der Zeltwiese auf, um im Anschluss das Gepäck darin
zu lagern. Schwülwarm, wie das Wetter war, dachten wir uns:
"Wir lassen wenigstens das Vorzelt auf, damit wir es gegen
Abend da drinnen überhaupt aushalten können..."
Das sollte sich als mehr oder minder schwerer Fehler erweisen,
da nach kurzer Zeit im Kanu der Himmel seine Pforten öffnete
und wir ein Unwetter biblischen Ausmaßes erfuhren.
Auch Corvey blieb von den Regenmassen nicht verschont, wie auch
unsere Zelte samt Klamotten. Netter Weise hatten die Mitarbeiter
des Kanuverleihs bei Einsetzen des Gewitters noch versucht, das
schlimmste zu verhindern indem sie die Zelte schlossen.
Bestürzt stellten wir nach unserer Rückkehr fest, dass
sowohl Zelte als auch die darin abgestellten Sachen völlig
durchnässt waren. Wir bekamen die Erlaubnis, die Scheune,
in der sonst Kanus und Zubehör stehen, in eine Art Wäschetrockenhalle
und später auch in eine Übernachtungsstätte zu
verwandeln. So wurde die Scheune von ca. 20 Schülern des
Diakonie- Kollegs zweckentfremdet. Wir schliefen zwar hart auf
dem nackten Beton, dafür aber trocken.
Natur, Tierwelt,
paddeln und Donnerwetter
Beim Rudern machten wir umfangreiche Erfahrungen in und mit der
Natur. Nach einer guten Stunde paddeln auf der Weser bei schönsten
Wetter, begann sich der Himmel zu bewölken und wir wurden
von den ersten kleinen Regenschauer getroffen. Bald darauf sahen
wir Blitze am Horizont gefolgt von bedrohlichem Donner. Wären
wir Gallier, hätten wir Angst haben müssen, dass uns
der Himmel auf den Kopf fallen würde. Wir jedoch paddelten
tapfer weiter bis das Gewitter so nah war, dass wir um unsere
Sicherheit besorgt, am Ufer anlegten und gezwungen waren zu pausieren.
Nach dem Unwetter riss der Himmel auf und unsere Tour ging bei
Sonnenschein weiter. In der vom Regen herrlich frischen Luft
konnten wir viel Natur und Tierwelt beobachten, u.a. Enten, Kühe,
Fischreiher und vieles andere mehr.
Der perfekte
zweite Tag
Anders als unter freiem Himmel beabsichtigt, erwachten einige
der Gruppe in der trockenen Scheune und die Anderen in Zelten.
Auch die drei "Autoschläfer" waren am Morgen um
ihre Rückenschmerzen nicht zu beneiden.
Nach einem ausgiebigen Frühstück waren die Strapazen
der Nacht schnell vergessen. Die Weser wartete, daher ging die
Auflösung des Nachtquartiers zügig. Im Kanu stromabwärts
fuhren wir ca. 10 km nach Holzminden. Dort machten wir Pause
und nutzten die Zeit zum Eisessen in der historischen Altstadt.
Weiterer 12 km im Kanu brachten uns zum Campingplatz nach Polle.
An diesem zweiten Abend hatten wir die Möglichkeit offiziell
zu Zelten. Nun konnten wir ein Lagerfeuer abbrennen und Grillen.
Feuerholz hatten die Lehrer am Rande der Kanufahrt gesammelt.
Nachdem wir uns mit bescheidendem Budget mehr als ausreichend
um die abendliche Verpflegung samt Getränken gekümmert
hatten, setzten wir uns unerschrocken vom zwischenzeitlichen
Regenschauer, gemeinsam ans Lagerfeuer und ließen die Tage
in der "Wildnis" noch einmal Revue passieren.
Text und Fotos
FSP VZ 1 a,b,c |