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Theaterspiel
im Diakonie-Kolleg
Der Untertan
oder Der autoritäre Charakter
Ein komisches
Drama um eine typische psychische Entwicklung, inspiriert von
Heinrich Mann: der Untertan und der Psychologie Sigmund Freuds
und seiner Nachfolger wie Reich und Adorno, geschrieben und inszeniert
von einer Schüler/innen-Gruppe der VZ 2.
Entstehung
des Stücks
Zu Beginn des
Schuljahres hat sich aus einer der fünf unterschiedlichen
Themengruppen der Erzieher/innen-Vollzeitausbildung eine Theatergruppe
gebildet. Das Thema "autoritärer Charakter / der Untertan"
war vorgegeben.
Die konkreten Inhalte, die Rollen, die Szenen sowie Aufbau und
Ablauf hat die
Gruppe gemeinsam entworfen und auf die Bühne gebracht.
Einige Worte
zum Hintergrund
Vor rund 100
Jahren ist der Roman "Der Untertan" von Heinrich Mann
erschienen. Darin wird die psychische Verkrüppelung eines
Menschen gezeigt,
der - unter ständigem Druck stehend - sich nie entfalten
konnte.
Etwa zur gleichen Zeit entstand die Freudsche Psychoanalyse mit
ihrem
Instanzenmodell: Das "Es", welches für die Triebe
und Grundbedürfnisse des
Menschen steht, das "Über-Ich", welches die durch
die Erziehung vermittelten
Normen, Wertvorstellungen, Ge- und Verbote der Gesellschaft enthält
sowie das
"Ich", welches für die Person steht und welches
sowohl zwischen "Es" und
"Über-Ich" als auch zwischen Person und Umwelt
vermitteln muss. Die Dynamik
dieser Instanzen ist vielfältig untersucht worden. So arbeitete
Wilhelm Reich
über die "Massenpsychologie des Faschismus" (in
den 30er Jahren des 20. Jh.)
und die so genannte "Frankfurter Schule" um Theodor
W. Adorno entwickelte
die Theorie vom "Autoritären Charakter" (in den
40er Jahren des 20. Jh.).
Auch heute noch
stehen Menschen unter großem Druck, denn Erfolg, Aufstieg,
gesellschaftliche Anerkennung, oben stehen, dafür selbstverständlich
ein gutes
Abschneiden in der Schule und in der Ausbildung sowie Karriere
im Beruf sind
heute harte Zielvorstellungen, die zum Teil sehr unbarmherzig
durchgesetzt
werden. Dadurch sind die Fragen nach Anpassung und Unterordnung
bzw.
Widerstand und Kampf um Selbstbestimmung heute noch immer - ähnlich
wie
zur Zeit der Entstehung des Romans "Der Untertan" -
als lebensbestimmende
Fragen für jeden Menschen gestellt.
Schauspieler/innen
und ihre Rollen:
Laura Arens,
Diane Mauritz, Annika Möbius, Anja Reinecke, Lorenz Sonnenburg,
Katharina Swirin, Moriz Walter, David Will, Ziheye Tabul.
Betreuungslehrer: Frank Flegel
Rollen:
Über-Ich:
Katharina Swirin
Es: Diane Mauritz
Ich/Maximilian: David Will
Maximilians Mutter: Laura Arens
Maximilians Vater: Moriz Walter
Maximilians Frau: Ziheye Tabul
Maximilians Sohn Annika Möbius
Reporter: Lorenz Sonnenburg
Rollstuhlfahrerin: Anja Reinecke
Schulleiterin: Ziheye Tabul
Klassenlehrerin: Annika Möbius
Erster Auszubildender: Lorenz Sonnenburg
Zweiter Auszubildender: Moriz Walter
Erste Auszubildende: Anja Reinecke
Zweite Auszubildende: Laura Arens
Türsteher: Moriz Walter
Üstra-Kontrolleur: Annika Möbius
General: Laura Arens
Polizist: Anja Reinecke
Lehrer: Ziheye Tabul
Chor: alle
Regie und Beleuchtung: Frank Flegel
Schlusslied
"Maximilian"
Maximilian,
wie siehst Du wieder aus
Maximilian, komm mir bloß nicht so nach Haus
Maximilian, Du bis ein kleiner Nichtsnutz und Du brauchst die
harte Hand
Maximilian, Du tickst doch nicht ganz richtig, Dir fehlt es an
Verstand
Maximilian, nun streng Dich endlich an
Maximilian, sonst wirst Du nie ein Mann.
Ref: Los,
Kerl, nun wehr` Dich doch,
verdammt, Du träumtest doch
davon Dein eigner Herr zu sein
Maximilian,
wie bist Du wieder drauf
Maximilian, nun räum hier endlich auf
Maximilian, die Leistung in der Schule ist schon mehr als mangelhaft
Maximilian, Pünktlichkeit und Ordnung geben allen Menschen
Kraft
Maximilian, nun streng Dich endlich an
Maximilian, sonst wirst Du nie ein Mann.
Ref: Los,
Kerl, nun wehr` Dich doch
Maximilian,
jetzt bist Du endlich wer
Maximilian, wir meckern gar nicht mehr
Maximilian, Du hast jetzt eine Position, die sehr erfolgreich
ist
Maximilian, nun lass die andern auch mal spüren, wer Du
wirklich bist
Maximilian, Dein Leben läuft nach Plan
Maximilian, Du bis ein richt'ger Mann.
Ref: Los,
Kerl, nun wehr` Dich doch
Maximilian,
jetzt hast Du Frau und Kind
Maximilian, Dein Kind ist durch den Wind
Maximilian, nun zeige Deinem Sprössling dringend seine Grenzen
auf
Maximilian, so wie bei Dir nimmt auch bei ihm das Leben seinen
Lauf
Maximilian, Familie war Dein Traum
Maximilian, Du hältst sie gut im Zaum
Ref.: Los,
Kerl, nun wehr` Dich doch
Maximilian,
merkst Du's wirklich nicht
Maximilian, Du bis ein armer Wicht.
Voll Angst - - hast Du Dein Leben aufgegeben
Voll Hass - - zerstörst Du andrer Leute Leben.
Du liebst die Pflicht -- Du liebst die Macht
Was anderes kommt nicht in Betracht
Ref.: Ach,
Maximilian
Es hätt was werden könn'n
Doch dazu müsste man sich weh'rn
Ach, Maximilian
Das hast Du nie getan
Stattdessen spielst Du jetzt den Herrn. |