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Wir sind alle Blätter an einem Baum, keins dem andern ähnlich, das eine symmetrisch, das andere nicht, und doch alle gleich wichtig dem Ganzen. (Gotthold Ephraim Lessing)

Mit Abstand die beste Klasse!

Laetitia: „Nichts hat uns 2020/2021 so in Atem gehalten wie das Corona-Virus. Die Welt befindet sich seit Monaten im Ausnahmezustand und es ist noch nicht vorbei. Einst ein unbekanntes Virus am anderen Ende der Welt – in sicherer Entfernung – begleitet uns das Corona-Virus bis heute jeden Tag. Auch die Schulen stehen unter der Fuchtel des Corona-Virus. Damit alle ihren Abschluss machen können, findet der Unterricht per Videokonferenz von zu Hause aus statt. Eine mittlerweile gar nicht mehr so neue und ungewohnte Situation, die aber immer wieder Neues mit sich bringt. Während des Online-Unterrichts haben wir viel gelernt und ausprobiert. Einige unserer neu gewonnenen Erkenntnisse und Gewohnheiten werden nach dem Ende der Pandemie alten Gewohnheiten oder der Zeit zum Opfer fallen.“

Nika: „Am Anfang war es für niemanden leicht, sich an die neue Form des Unterrichts zu gewöhnen. Auch heute noch ist es schwierig, sich morgens an den Computer oder Laptop zu setzen und zu wissen, dass man den Unterricht bis zum Nachmittag auf diese Weise verfolgen muss.“

Mehrere junge Menschen lachen und halten sich an den Händen am Strand

In Anwesenheit ist es am schönsten

„Im Großen und Ganzen finde ich, dass der Onlineunterricht gut organisiert war. Dennoch hätte mir als Abschlussklasse der Präsenzunterricht besser gefallen, um auch schöne Momente innerhalb der Klasse zu erleben“, äußert sich eine Schülerin der 12b und spricht damit vermutlich den anderen Schüler:innen aus der Seele.

Auch andere Schüler:innen, die ein Statement zu dem Onlineunterricht abgegeben haben, sind der Meinung, dass der Unterricht an sich sehr gut organisiert wurde. Die Lehrer:innen haben sich gute Möglichkeiten überlegt, den Schüler:innen trotz der Umstände den Stoff beizubringen. Um den Unterricht weiter zu verbessern, wurden auch immer wieder die Schüler:innen selbst befragt, welche Lücken es noch gibt, wo die größte Belastung liegt und welche Verbesserungsvorschläge wir für den Onlineunterricht haben. „Mir fällt es immer schwerer, Aufgaben wie die Facharbeit zu erledigen, weil wir den ganzen Tag am Laptop sitzen“, spricht ein Schüler der 12b das wohl größte Problem des Onlineunterrichts an. Und findet Gehör.

Teamwork ist gefragt

Die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen hat zum einen dazu beigetragen, den Unterricht zu optimieren, indem zum Beispiel viel auf Eigenarbeit gesetzt wurde, um die Bildschirmzeit etwas zu reduzieren. Zum anderen hat es den Schüler:innen aber auch das Gefühl gegeben, gehört zu werden. Gerade in dieser Zeit, in der die Jugendlichen viel zurückstecken mussten, war es schön zu sehen, dass unsere Meinung noch zählt, dass man uns zuhört und dass unsere Vorschläge, wenn möglich, auch berücksichtigt und umgesetzt werden.

Organisation ist alles

„Ich finde den Onlinekurs auch sehr gut organisiert, aber es dauert schon ein bisschen zu lange und die Abwechslung in die Schule zu gehen, würde sicher gut tun. Außerdem kann man beim Onlineunterricht auch mal abschalten oder wird durch private Dinge, die zu Hause passieren, abgelenkt“, äußert sich eine weitere Schülerin der 12b. Auch hier sucht das Diakonie-Kolleg nach Möglichkeiten, es den Schüler:innen leichter zu machen, sorgt zum Beispiel für kleinere Arbeitsgruppen, damit die Schüler:innen miteinander im Gespräch bleiben und schaut, welche Möglichkeit des Präsenzunterrichts momentan die sicherste ist, damit man sich auch wieder von Angesicht zu Angesicht treffen kann.

Drei junge Frauen in einer Schule arbeiten an Lernmaterialien, eine liest Broschüre

Schöne Momente

Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass sowohl die Lehrer:innen als auch die Schüler:innen ihr Bestes gegeben haben, um in dieser schwierigen Zeit dennoch normalen Unterricht zu erleben. Auch wenn der Online-Unterricht nicht an den Präsenzunterricht herankommt, bei dem die Interaktion zwischen den Schüler:innen größer ist und das Lernen ohne viel Ablenkung und ständige Bildschirmzeit leichter fällt, gab es auch im vergangenen Jahr immer wieder schöne, lustige und denkwürdige Momente online.

Online

Annika: Natürlich konnte bei diesem neuen Konzept nicht von Anfang an alles perfekt laufen. Jede:r Schüler:in und jede:r Lehrer:in wird sich vermutlich an die teilweise massiven Internetprobleme und die darauf folgenden „Ich muss kurz Bescheid sagen, dass das WLAN von Schüler:in XY spinnt“ oder „XY ist gerade raus und versucht gleich wieder reinzukommen“ erinnern. Die Technik an sich war für viele zum Teil einfach ein grundsätzliches Problem (auch wenn sie manchmal nur als Ausrede von den Schüler:innen benutzt wurde, ups), zum Beispiel, wenn ein Computer sich entschließt, spontan ein Update zu machen und der oder die Betroffene nicht weiß, wie man das stoppt. Auch ein Haustier war im digitalen Klassenzimmer zu sehen oder zu hören (Grüße an Kater Ali), was oft für Lacher sorgte (auch die beiden bellenden Hunde im Englischunterricht werden wir nicht vergessen). Um ein kleines Geständnis abzulegen: Privatgespräche konnten in dieser Zeit nicht mehr von einer Lehrkraft beendet werden, da sie einfach über WhatsApp etc. geführt wurden, wobei es auch den ein oder anderen Moment gab, in dem die Schüler:innen vergaßen, sich stumm zu schalten und der Rest der Klasse eine Sprachnachricht oder auch ein Lied zur Beruhigung der Nerven mithören konnte. 

Junge Person mit Kopfhörern vor Laptop und Smartphone auf Stativ in Videokonferenz

Wir werden hier keine Namen nennen, doch wollen wir gern weitere Vorteile des digitalen Unterrichtes aufzeigen:

  • Hunger? Kamera aus, Laptop etc. geschnappt und ab in die Küche, Nudeln kochen!
  • Ist die Nikotinsucht zu stark? Kamera aus, Zigarette an.
  • Fühlst du dich allein in deinem Zimmer? Kamera aus, Freund oder Freundin einladen!
  • Kannst du dich nicht konzentrieren und hast zu viel Energie? Kamera aus, spontane Tanzparty!
  • Kaffee leer? ...
  • Die Natur ruft? ...

(Fürs Protokoll: Das war alles nur theoretisch, und wenn so ein Moment eintrat, wurde natürlich trotzdem aufgepasst und mitgemacht).

Fazit: Erst fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn aus dem Bett zu kommen, war wirklich... fantastisch...!

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