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Wir sind alle Blätter an einem Baum, keins dem andern ähnlich, das eine symmetrisch, das andere nicht, und doch alle gleich wichtig dem Ganzen. (Gotthold Ephraim Lessing)

Pflege im Umbruch – ein neuer Ausbildungsgang am Diakonie-Kolleg Hannover

2020 ist das Pflegeberufegesetz für die neue generalistische Pflegeausbildung in Kraft getreten. Für die Pflegeberufe in Deutschland war dies ein Meilenstein in der berufspolitischen und fachlichen Entwicklung. Die bisher getrennten Pflegeausbildungen (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege) wurden mit dem neuen Gesetz erstmals in Deutschland zusammengeführt und damit an internationale Standards angepasst. Wie verlief der Neustart im Diakonie-Kolleg Hannover? Welche Ressourcen wurden genutzt, gefordert und gefördert?

Für die Träger der Berufsfachschulen begann eine intensive Vorbereitungszeit auf die Umsetzung des neuen Gesetzes. Das Diakonie-Kolleg Hannover plante den ersten Kurs für den 1. August 2020. Zuvor galt es jedoch, die neue Ausbildung umfassend zu konzipieren und die notwendigen strukturellen und pädagogisch-planerischen Voraussetzungen zu schaffen. Schließlich steht die neue Ausbildung für die Zusammenführung von drei bisherigen Ausbildungen und damit für eine neue Ressourcenbildung in der Pflege.

Zunächst musste ein Curriculum entwickelt werden. Dann mussten die Praxisräume neu ausgestattet werden. In diesem Zusammenhang wurde auch eine computergesteuerte Simulationspuppe angeschafft und das Lehrpersonal im Umgang damit geschult. In verschiedenen Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Lehrkräfte mit pädagogischen und organisatorischen Themen. Diese Arbeiten dauern noch an und werden uns sicherlich noch einige Zeit beschäftigen.

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Was sagen die Schülerinnen und Schüler?

Wer sich für die neue Ausbildung bewirbt, muss einen mittleren Schulabschluss oder eine abgeschlossene Vorbildung und ein Sprachniveau auf B2-Niveau sowie ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und verschiedene Nachweise der gesundheitlichen Eignung vorlegen.

Im August 2020 war es dann soweit: Die erste Klasse startete mit 18 Teilnehmenden. Eine Klasse, die perfekt zum bunten Charakter der Schule passt und deren Teilnehmende mit vielfältigen persönlichen und beruflichen Vorerfahrungen seitdem den Unterrichtsalltag bereichern. Nach einer ersten Praxisphase kamen sie zum ersten Theorieblock in die Schule und beschäftigten sich mit den Grundlagen der Pflege. 

Dazu die Schülerin Nina:

„Es ist wichtig, das Gelernte fachlich in der Praxis umzusetzen.“

Der Schüler Giorgi stimmt dem zu und sagt: „Man muss mit den richtigen Methoden an die Pflegebedürftigen herangehen, und es ist auch wichtig, die richtigen Materialien zu verwenden“. Jan ist der Meinung, dass „je mehr Kenntnisse und Fertigkeiten man hat, desto mehr Wissen hat man insgesamt“, das man in der täglichen Arbeit mit den Klientinnen und Klienten anwenden kann.

"Die Herausforderungen heißen auch hier Zeit- und Personalmangel sowie knappe Geldressourcen."

Im Laufe des ersten Semesters stiegen die Anforderungen an die Teilnehmenden kontinuierlich an, da der Beruf durch die neue Gesetzgebung auch fachlich auf ein anspruchsvolles Niveau gehoben wurde. So waren die Teilnehmenden bereits in den ersten Praxiseinsätzen fachlich, körperlich, geistig und emotional sehr stark gefordert. Nicht zuletzt durch Corona entstand für alle eine herausfordernde Gesamtsituation, die es zu meistern galt. Dem Teilnehmer Abd ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen:

„Ich finde, man sollte für jeden Menschen genug Zeit haben.“

Hier wird deutlich, dass auch unsere Auszubildenden sehr schnell mit den aus den Medien bekannten Problemen im Gesundheitswesen konfrontiert wurden: Zeitmangel, Geldmangel, Personalmangel.

Aber auch ganz praktische Themen beschäftigen die Auszubildenden. Peter: „Rückenschonendes Arbeiten ist wichtig, wenn man den Beruf länger ausüben will.“ Auch Tilda weist auf Aspekte des Arbeitsschutzes hin und meint: „Man sollte bei der Arbeit gutes Schuhwerk tragen, damit die Füße nicht belastet werden und man sicher arbeiten kann.“ Dies bestätigt auch Diyora: „Sicheres Arbeiten ist auch für die Gesundheit der Patienten und des Pflegepersonals wichtig, z.B. die Sicherheit bei der Mobilisation“. Gesundheitsförderung und Prävention haben daher einen hohen Stellenwert im praktischen Handlungsfeld der Pflege.

Anforderungen, Fürsorge und Ressourcen

"Ganz wichtig: der starke Rückhalt von Familie und Kollegen als soziale Ressource."

Die Anforderungen an die Auszubildenden sind vielfältig. Nicht zuletzt sind soziale und persönliche Ressourcen unerlässlich. Vanessa beschreibt: „Um den Beruf langfristig ausüben zu können, sollte man Berufliches und Privates trennen können und professionell bleiben, damit man keine psychischen Probleme bekommt.“ Nadine wirft ein:

„Für die Pflege brauche ich einen starken Rückhalt von meiner Familie und Kollegen…"

…und weist damit darauf hin, dass auch soziale Faktoren als Ressourcen für Pflegende von großer Bedeutung sind. „Die Arbeit selbst kann auch soziale Ressourcen schaffen“, erklärt Philipp. Damit meint er, dass die Auszubildenden während ihrer praktischen Arbeit auch aktiv psychosoziale Ressourcen aufbauen können - zum Beispiel durch den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen im Team.

Alle haben verstanden, dass es wichtig ist, auf sich selbst zu achten und für sich selbst zu sorgen. Mia sagt: „Wenn man krank ist, hat man in diesem Beruf nichts zu suchen.“ Egor betont, dass es wichtig ist, „die eigenen gesetzlichen Grenzen und die der Pflegebedürftigen zu beachten“.

Mit Spaß, sozial und gegen Mobbing – die erste „Generalistik-Klasse“ des DKH

Am Ende sind sich alle einig: Pflege ist eine Arbeit am Menschen und Anna ruft: "Hauptsache sozial! Majed stimmt zu und ergänzt: „Lasst uns gemeinsam gegen Mobbing in der Pflege kämpfen - keine Ausgrenzung von Kollegen, egal in welcher Berufsgruppe!“

Abschließend fasst Meggi für sich zusammen: „Geduld ist das A und O in der Pflege. "Und Nico ergänzt schmunzelnd: "Mit Spaß an der Arbeit geht es besser."

Als Lehrende und praxiserfahrene Pflegende freuen wir uns sehr, dass die angehenden Pflegekräfte mit so viel Freude bei der Sache sind, die Herausforderungen so gut meistern und wir sie auf ihrem Weg zur professionellen Pflegekraft begleiten dürfen.

Stefanie Qu., Mathias W.

Pflegeauszubildende üben Vitalzeichen an Simulationspuppe im Bett

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