Tiere in der Pädagogik schaffen Vertrauen, geben Wärme und vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. Sie sind immer authentisch und nehmen alle Menschen so, wie sie sind. In der Wahlpflichtgruppe „Tiergestützte Pädagogik“ haben wir uns deshalb mit dem gemeinsamen Arbeiten und Lernen mit Tieren beschäftigt.
Als sogenannte Wahlpflichtgruppe haben wir uns im ersten Jahr der Fachschule für Sozialpädagogik (FSP1) zum Thema Tiergestützte Pädagogik zusammengefunden, um zu erforschen, wie wir den positiven Einfluss von Tieren in unsere Arbeit mit Menschen integrieren können. Denn tiergestützte Arbeit kann mit allen Menschen, von klein bis groß, unabhängig von Alter oder Problematik, durchgeführt werden. Gerade für Kinder und Jugendliche ist diese Art der sozialpädagogischen Arbeit oft eine völlig neue Erfahrung.
Grundlage dieser Arbeit ist die Mensch-Tier-Beziehung. Das Wichtigste ist daher: "Das Wohl des Tieres steht an erster Stelle!"
Im Rahmen unserer praktischen Ausbildung besuchten wir die Einrichtung NaTiMe (Natur-Tier-Mensch) auf dem Gelände des Stephansstiftes. Dort wird tiergestützte Arbeit angeboten. Als tierische Unterstützer arbeiten dort: Hund Matti und vier Ziegen. Bei NaTiMe geht es darum, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom positiven Einfluss der Tiere profitieren.
Matti kann zum Beispiel helfen, aufgeregte Kinder zu beruhigen oder in sich gekehrte Menschen gesprächiger zu machen. Generell helfen Hunde, Glücksgefühle zu entwickeln. Aber auch dabei, sich selbst und seine Umwelt besser zu verstehen. Ziegen sind sehr sensible Tiere und merken sofort, wenn etwas komisch ist. Sie spiegeln die Gefühle der Menschen um sie herum wider.
Das Tier muss nicht speziell für die Arbeit mit Menschen ausgebildet sein, wohl aber die Fachkraft. So muss die Fachkraft unter anderem die eingesetzten Tiere kennen und einschätzen können, um weder das Wohl des Tieres noch das des Menschen zu gefährden.
Als Lerngruppe durften wir praktisch mit den Tieren in Kontakt treten. So begleitete uns der Hund Matti während unseres Aufenthaltes. Sofort war eine andere Lernatmosphäre spürbar. Mit Flocke, einer der vier Ziegen, machten wir einen Waldspaziergang und jeder durfte sie eine Weile führen. Das Interessante daran war, dass es für jeden von uns eine andere Erfahrung war und wir sehen konnten, dass Flocke sich am selben Tag, beim selben Spaziergang, unterschiedlich verhielt.
Ihr Verhalten hing tatsächlich davon ab, wer sie gerade führte! Das zeigt, wie sensibel Tiere auf verschiedene Menschen reagieren.
Wir haben die Zeit mit den Tieren sehr genossen und nehmen wichtige Erkenntnisse für unsere zukünftige Arbeit mit Kindern mit.
Hannah P.
Zum ersten Mal konnte ich in diesem Schuljahr in der Fachschule für Sozialpädagogik eine Wahlpflichtgruppe „Tiergestützte Pädagogik“ anbieten. Aber wie alles in diesem Jahr hat Corona auch die eigentlich jahrgangsübergreifende Arbeit in den Wahlgruppen ziemlich durcheinander gebracht... Um den Schüler:innen trotz Corona eine Wahlgruppe anbieten zu können, entschieden wir uns kurzerhand, die beteiligten Klassen getrennt zu unterrichten. Was zunächst eine Herausforderung war, stellte sich schnell als sehr positiv heraus. So hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, in Halbklassenstärke intensiv, theoretisch und praktisch in die Thematik einzutauchen.
Zu Beginn beschäftigten wir uns mit der eigenen Biografie und der Bedeutung von Tieren und Natur in unserem Leben. Aber auch die Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung wurden erarbeitet und die entsprechenden Wirkmechanismen unter die Lupe genommen.
Ganz besonders in Erinnerung werden sicherlich allen beteiligten Schüler:innen unsere Einheiten mit Susanne und Lara von NaTiMe (Natur-Tier-Mensch Tiergestützte Pädagogik im Stephansstift) bleiben: Susanne ermöglichte uns einen tollen Einblick in die Praxis. So konnten die Schüler:innen nicht nur von ihren Erfahrungen profitieren, sondern auch Selbsterfahrungen mit dem Golden Retriever Matti und den vier Ziegen sammeln. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön! Ich hoffe sehr, dass wir diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen können.
Imke B.-B. (Lehrerin, Fachkraft für Tiergestützte Intervention)
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